Philosophie und Praxis des indischen Tantra

Tantra Kurs: was er beinhalten sollte

Was ein Tantra Kurs mindestens vermitteln sollte

Ein Tantra Kurs (oder Seminar), der über flüchtige Wochenend-Erlebnisse hinaus reale und nachhaltige Transformationen bewirken soll, muss einige zentrale Elemente beinhalten. Diese Elemente berücksichtigen die Natur des Menschen in biologischer, psychischer und geistiger Hinsicht und haben sich z.T. über Jahrtausende bewährt, bzw. wurden immer wieder angewandt und verfeinert. Ein aufrichiger und fundierter Kurs wird diese Elemente in der einen oder anderen Form stets beinhalten.

1. Reinigung

Ein Tantra Kurs wird immer mit diesen Elementen der Reinigung beginnen. Damit wir keinen Schaden nehmen durch die Entfesselung der mächtigen Energien der Kundalini-Shakti und die weiteren Praktiken erfolgreich  angewandt werden können, müssen Körper, Geist und Seele von Anhaftungen gereinigt und ein gesundes natürliches, auch biochemisches Gleichgewicht hergestellt werden.

Die erste und wichtigste Reinigung ist die Hingabe an die Lehre bzw. an den Guru. Diese Haltung des tiefen Ur-Vertrauens ist die Basis für alle weiteren Schritte. Denn ohne Verständnis für die tatsächlichen Lehren des Tantra läufst du immer Gefahr, dir die Dinge so hinzubiegen, wie es dir, dh. deinen festen Ich-Strukturen, gerade passt. Die Frage: was ist Tantra oder was lehrt Tantra? solltest du beantworten können, bevor du daran gehst, mit deinem Bewusstsein zu experimentieren.

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Die authentischen Lehren des Tantrismus werden auch als „traditionelles Tantra“ bezeichnet, was den Anhauch einer toten, vertaubten und trockenen Lehre hat – was irreführender nicht sein könnte.  Wenn das Wort von Friedrich Nietzsche jemals galt, dann in Bezug auf die Tradition des Tantra:

Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.

Kriya: „Handlung, Tat“

Der Begriff Kriya umschreibt eine ganze Reihe von yogischen Reinigungstechniken zum Säubern der Kanäle und Öffnungen des physischen, grobstofflichen Körpers. Kriya-Yoga im tantrischen Sinne umfasst aber jede körperliche Übung oder Aktivität, die hilft unseren Geist zu reinigen, d.h. zu klären und zu festigen, z.B. für die Meditation. Kriya kann Yoga-Haltungen und Atemübungen ebenso umfassen wie ausgedehnte Spaziergänge, Meditationen und Mantren. Ein kompetenter Tantra Kurs wird dabei auf die individuelle Disposition des einzelnen Praktizierenden eingehen können.

Du musst verstehen, dass Kriya – genau so wie alle anderen, hier beschriebenen Elemente einer tantrischen Praxis – nicht ein bestimmtes Set von Techniken und Praktiken umschreibt, sondern vielmehr eine Richtung des Handelns mit einem klar umrissenen Ziel: dem der Reinigung, und zwar auf der eher grobstofflichen Ebene (sthula). Grobstofflich wiederum meint nicht nur die materielle, körperliche Ebene – auch der Geist und das Gefühlsleben kennen grobe Elemente. Ein ausgeprägtes psychologisches Ungleichgewicht  z.B. manifestiert sich in der Regel in irgendeiner Form auf der muskulären Ebene – bis hin zu Verspannungen, Verkrampfungen, Verformungen. Diese „energetischen Knoten“ zu lösen z.B. durch eine körperherapeutische Behandlung oder auch eine Wellness Massage ist auch ein Fall von Kriya. Die energetische „Entkrampfung“ erlaubt nicht nur wieder einen besseren Blutfluss, sondern auch eine Freisetzung von zuvor gebundenen Chi oder Prana, eine Reharmonisierung des Energie-Körpers.

Die Ursache aber für diese körperliche-energetische Verunreinigung liegt auf einer weniger grobstofflichen Ebene. Und körpertherapeutische Mittel haben ebenso ihre Grenzen der Wirksamkeit wie die Praxis des Kriya. Um eine Reinigung der subtileren Elemente zu erreichen, greift Tantra zu anderen Mitteln, z.b. jenen des Bhuta-Shuddhi.

Bhuta-Shuddhi: „Reinigung der Elemente“

Bhuta-Shuddhi darf in keinem Tantra Kurs fehlen. Die Reinigung der 5 groben Tattvas des Körpers durch Bhuta-Shuddhi ist eine Meditationsübung, bei der das Bewusstsein im Körper aufsteigt, von den groben zu den feineren Tattvas. Aufmerksamkeit, Bija-Mantren und Visualisationen werden kombiniert, um Anhaftungen an die Welt der Sinneswahrnehmungen zu überwinden und Blockierungen im feinstofflichen Körper aufzulösen, die durch negative Gefühle, falsche Vorstellungen und Egoismus entstehen.

Auch hier: es gilt das Prinzip und das Ziel von Bhuta-Shuddhi zu verstehen. Ähnlich wie eine Körpertherapie eine Form von Kriya sein kann, so kann eine Psychotherapie eine Form von Bhuta-Shuddi sein. Im Kontext der tantrischen Praxis aber macht eine meditative und/oder ritualpraktische Methode wie Bhuta-Shuddhi auf Dauer einfach mehr Sinn. Das ganze Konzept der 36 Tattvas ist maßgeschneidert für die tantrische Praxis. Hier findest Du eine Einführung in die 36 Tattvas.

Eine erfolgreiche Reinigung der groben Elemente des Geistes führt unweigerlich zur nächsten Stufe: Dhyana.

Dhyana: „Versenkung, Meditation“

Die Fähigkeit, den Geist willentlich aus der Welt der Sinneswahrnehmungen zurückzuziehen und nach innen zu richten, ist die Voraussetzung, stärker mit der Wirklichkeit und ihren Energien in Kontakt zu sein. In jeder Tantra Praxis wird Dhyana in der einen oder anderen Form das Fundament aller anderen Praxis sein. Denn die zentrale Aufgabe der Meditationspraxis ist es, Dich von den unbewusst geschaffenen Ketten an deine Identität zu befreien – um dann willentlich neue Identifizierungen (z.B. mit „Gottheiten“ ) zu erschaffen und zu lösen.

2. Erweckung der Kundalini-Shakti

Um die Kundalini-Shakti willentlich zu erwecken, musst Du sie erst einmal erfahren haben. An die erste Erfahrung der Kundalini-Energie wirst Du von deinem Guru heran geführt, bis in dem richtigen Moment…

kundalini erfahren in einem tantra kurs Ein Tantra Kurs oder Seminar kann diese Einweihung nicht vermitteln, sie ist zu persönlich, zu individuell, als dass irgendein Workshop sie versprechen könnte. Er kann aber in jedem Falle vermitteln, welche Methoden zur gezielten Erweckung der Kundalini Du wie einsetzen kannst. Aber auch hier hängt es sehr von deiner individuellen Erfahrung und deinem Fortschritt in der tantrischen Praxis ab, ob Du sie erfolgreich einsetzen kannst. Es gibt jedoch ein universelles Mittel, das von fast allen Tantras gelehrt wird:

Pranayama: „Ausdehnung und Kontrolle des Prana“

Kein tantrisches Training ohne Pranayama. Eine umfassende Kontrolle über deine Atemprozesse und über die damit verbundenen Bewegungen des Prana im feinstofflichen Körper ist der Schlüssel zu einer wirksamen tantrischen Praxis. Ist die Kundalini-Shakti einmal in Dir geweckt worden, kann sie durch Lenken der Prana-Ströme in den mittleren Kanal der Sushumna willentlich und gezielt erweckt werden – sofern die Göttin sich Dir geneigt gezeigt hat.

Verwechsle aber bitte nicht die sensorischen Erlebnisse einer energetisierten Wirbelsäule oder von prickelnder Haut mit dem Aufsteigen der Kundalini Energie, wie sie durch verschiedene Atemübungen des Hatha-Yoga oder der Bioenergetik ausgelöst werden können. Ohne Anleitung eines kompetenten Lehrers können Pranayama-Techniken zum Wecken der Kundalini zu Schäden an Körper und Geist führen. Dass diese Schäden an Körper & Geist in der modernen Kultur als solche gar nicht mehr weiter auffallen, macht sie aus tantrischer Sicht jedoch nicht weniger unerwünscht.

 3. Vereinigung von Shakti und Shiva

shiva shakti vereinigung tantra kurs Die erweckte Kundalini-Shakti steigt auf zur Vereinigung mit dem reinen Bewusstsein, Shiva. In dieser Vereinigung löst sich alle Form und Identifikation auf – und dein Geist wird frei, sich mit jeder gewünschten Form zu vereinigen und als solche zu manifestieren. Diese magische Dimension des Tantra darf in keinem kompletten Tantra Kurs fehlen.

Die wichtigsten Mittel dieser – innerlich oder äußerlich vollzogenen – Rituale sind unverzichtbare Bestandteile jeder tantrischen Praxis: Nyasa – Mantra – Yantra.

Nyasa: „Platzieren, Legen“

Nyasa ist das Transformieren oder Energetisieren durch Berührung, Mantra und Visualisierung (z.B. von Gottheiten). Es kann am eigenen Körper, am Körper eines Anderen oder auf bestimmten Punkten eines Yantra vollzogen werden. Während die Finger oder Handflächen bestimmte Bereiche berühren, rezitierst Du z.B. ein Mantra oder eine Keimsilbe, um bestimmte Energien zu erwecken oder zu platzieren. Die Praxis des Nyasa entspricht sehr der Annahme der Gottform der westlichen Tradition der Magie und der Vergöttlichung der Glieder im Ägyptischen Totenkult – und sollte in jedem Tantra Kurs oder Seminar gelehrt werden.

Mantra: „Spruch, Lied, Hymne“

Kein Tantra oder Mantra. Ein Mantra ist mehr als nur eine Silbe oder ein wohlklingender Spruch, der innerlich oder äußerlich, laut oder leise, langsam oder schnell rezitiert werden kann. Mantra ist letzlich die Lehre von der Befreiung durch Gedanken. Und mit Gedanken sind hier bestimmte Wellen/Schwingungen (vritti) gemeint. Ein Mantra ist eine bestimmte Form des Seins, die eher nonverbal denn verbal übertragen wird durch die Nähe eines Guru zu seinem Schüler. Ein Mantra ist sozusagen eine Idee oder Energie in auditiver Form. Kein Tantra Kurs oder Training kann es auslassen, die Geheimnisse der Mantra-Lehre zu lehren.

Yantra: „Stütze, Instrument“

Yantra ist das visuelle Instrument wie Mantra das auditive Instrument ist. Meist in Form geometrischer Figuren verkörpern Yantras die Energie einer bestimmten Gottheit und dienen als Stütze für den Übenden, diese bestimmte durch Mantra erweckte Energie oder Seinsform zu halten. Sie dienen umgekehrt aber auch zur Erweckung dieser Energie sowie umgekehrt auch das Mantra als Stütze derselben dient. Yantra ist auch der konkrete Gedanke, für den es eine konkrete Form in der Sprache gibt, die idelae Rede (Mantra).

Yantra und Mantra sind mächtige Werkzeuge des Tantra und ihre Anwendung reicht sehr weit in unser tägliches Handeln hinein. Ein guter Tantra Kurs sollte das geheime (unsichtbare) Zusammenspiel von Yantra und Mantra lehren. Sie sind nicht nur unverzichtbare Bestandteile der tantrischen Magie, sondern auch der nachhaltigen Verwirklichung der Befreiung in Lebenszeit (jivanmukta)

4. Manifestation

Das Ergebnis all der Hingabe, der Übung und der Praxis ist die Erfahrung eines universellen Bewusstseins, in dem alles Verlangen (kama) aufgegangen ist. Da ist nichts mehr, was nicht ist – und daher auch keine Unerfülltheit, keine Unruhe, kein Sehnen mehr. Damit sich turiya, der vierte Zustand, aber stabilisieren kann, brauchst Du eigentlich nichts mehr – was zu tun ist, erschließt sich Dir selbst. Aber es ist hilfreich und unterstützend, wenn dein Tantra Kurs einen Lehrer hat, der erkennt, welche Stufe Du erlangt hast – und welche besonderen Verhaltensweisen und/oder Praktiken dich in der Folgezeit unterstützen können.

Das Reine Bewusstsein enthüllt sich mit einer universellen Gesetzmäßigkeit, die nur erkennt, wer den Weg selbst gegangen ist. Und nur, wer seinen Weg selbst gegangen ist bis zum Ende, kann Dir helfen, deinen Weg zu finden.

Ong Sauh Parayei Namaha

REVIEWS
4.6(based on 33 reviews)
  • fucking shit marvin klinger 04/13/2016
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  • ni BirBirgitt 06/11/2016
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  • sdf dfs 08/30/2016
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  • ee rr 08/30/2016
  • ee rrfff 08/30/2016
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  • Bin gerade sehr glücklich mit ILkas Tantric Matrix Jahresgruppe aber lese immerwieder bei dir lieber Frank, alle Kreise werden sich schließen, schön daß es dich gibt Thilo 06/05/2017
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