Philosophie und Praxis des indischen Tantra

Tantra Praxis Essentials: ein gesunder, vitaler Körper

Die Welt des Körpers und der Materie: unerschöpfliches Reservoir an Energie für die Praxis des Tantra

Zwei gleichwertige Aspekte der Existenz sind für die Praxis des Tantra vor allen anderen von kardinaler Bedeutung: Geist (oder Bewusstsein) und Energie. In diesem Beitrag wende ich mich aussschließlich dem Aspekt „Energie“ zu.

Es gibt eine ganze Reihe ausgefeilter Konzepte in der okkult-esoterischen Welt, was Energie ist, woher sie kommt, wie sie wirkt etc.. Hier möchte ich auf diese Konzepte soweit wie möglich verzichten, da sie in der Regel nur sinnvoll und wirksam sind innerhalb des von ihnen gestützten Glaubenssystems. Und Glaubenssysteme tendieren dazu, mehr Energie zu binden als freizusetzen. Die Praxis des Tantra ist jedoch niemals eine Glaubensfrage, sondern stets eine Sache der persönlichen Erfahrung.

Auf der naturwissenschaftlichen Seite gibt es so viele Phänomene, die mit dem Begriff der Energie beschrieben und erklärt werden, dass sich auch daraus kaum ein einheitliches Bild ableiten lässt. Dennoch gibt es einige grundlegende Aussagen zur Energie aus der Welt der Physik, die sich bewährt haben und auch fachübergreifend akzeptiert werden. Diese lassen sich wie folgt zusammen fassen:

  • Energie ist eine Größe, die sich selbst erhält. Energie kann weder erzeugt noch vernichtet werden.

  • Jedes materielle Objekt, ob tot oder lebendig, kann als ein System definiert werden, das eine bestimmte Menge Energie enthält.

  • Die (innere) Energie eines Systems ist das Resultat der Bindungskräfte, die seine Teile (Kerne, Atome, Ionen, Moleküle) zusammenhalten.

  • Der Energiebetrag jedes Systems setzt sich aus gebundener und freier Energie zusammen. Der freie Anteil an Energie kann vollständig in Arbeit umgesetzt werden, während der gebundene Anteil vom System zur Erhaltung absorbiert wird.

  • Alle Lebensprozesse kosten Energie, d.h. Sie sind an den unentwegt stattfindenden Prozessen der Energieumwandlung beteiligt.

  • Energien werden nicht „verbraucht“ sondern umgewandelt, d.h. Sie werden zwischen den Systemen hin und her geschoben.

  • Der Austausch von Energie zwischen den Systemen geschieht in der Regel durch Umwandlung der Energie in eine andere Energieform.

Tantra Praxis und Körper-Training

Tantra Praxis und körperliches Training

Welche magische-tantrische oder alltägliche Handlung wir auch immer vollziehen oder beschreiben wollen, an diesen Gesetzmäßigkeiten der Energie kommen wir nicht vorbei. Du wirst Dich im Laufe einer intensiven tantrischen Praxis mit jeder einzelnen dieser Gesetzmäßigkeiten durch magische, tantrische  und yogische Praktiken tiefer vertraut machen müssen.

Zu Beginn ist es wichtig, zu verstehen und zu akzeptieren, dass wir als menschliche Lebewesen elementaren biologischen und physikalischen Gesetzmäßigkeiten unterliegen. Eine Missachtung dieser Gesetzmäßigkeiten kann durch keine Tantra Praxis wettgemacht werden. Die Beachtung dieser Gesetzmäßigkeiten aber kann deine tantrische Praxis in vielerlei Hinsicht optimieren.

Der menschliche Körper besteht aus Energie, wandelt permanent Energien um und tauscht diese mit seiner Umwelt aus. Genauer gesagt ist unser Körper aufgebaut aus einem schnell pulsierenden Netz von Energiefeldern. Dieses Netz besteht aus Interferenzmustern von Wellen, die das Vakuum unseres Körpers füllen. Materie (wie unser Körper) ist die Manifestation kurzzeitig aufeinander wirkender Energiefelder. Jede Manifestation von Energie schwingt in einer bestimmten Frequenz und jeder Frequenz kann eine Quantenenergie zugeordnet werden. Atome schwingen bei Körpertemperatur mit mehr als 1015 Hz, Atomkerne sogar mit 1022 Hz. Die sich aus einem Verbund von Atomen zusammensetzenden Moleküle haben eine Hauptfrequenz von 109 Hz, aus Molekülen aufgebaute Zelle wiederum schwingen um 103 Hz. Organe, die aus Zellen aufgebaut werden, schwingen je nach ihrer Größe und Ankopplungen zu anderen Organen in verschiedenen Frequenzen. Ein erwachsener Mensch als Organverbund schwingt insgesamt mit einer Frequenz von 7 – 10 Hz.

Diese Angaben zu den Schwingungsniveaus der verschiedenen Energiefelder sind ein Beispiel für die mögliche Anwendung quantenphysikalischer Erkenntnisse in der praktischen Magie. Vom energetischen Standpunkt aus ist es entscheidend, auf Systeme mit der ihnen eigenen Schwingungsfrequenz einzuwirken, um positive Resonanzeffekte auszulösen. Und Schwingungen sind messbar, keine vagen esoterischen Größen der Astralsphäre.

Um auf und über diese Energiefelder Einfluss auszuüben, muss zuerst die Wahrnehmung dieser Energiefelder entwickelt werden. Das Üben der gedankenleeren Aufmerksamkeit durch die meditative Praxis ist dazu der erste notwendige Schritt. Der zweite ist die willentliche Aktivierung dieser Energiefelder durch körperliches Training.

Die Aktivierung und Belebung größerer Organsysteme, wie z.B. der Skelettmuskulatur, durch regelmäßiges körperliches Training hat direkte Auswirkungen auf das Funktionieren der Zellvorgänge und den Austausch von Elektronen auf der molekularen Ebene. Daher ist jede Form des körperlichen Trainings nicht nur wegen seiner Gesundheit erhaltenden Effekte geeignet, dich in deiner tantrischen Praxis zu unterstützen.

Die moderne Fitness- und Wellness-Kultur hat den gesundheits-orientierten Freizeit-Sport in der Gesellschaft etabliert und bietet viele Möglichkeiten eines regelmäßigen körperlichen Trainings in den drei Hauptbereichen Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit. Ein moderates Fitness-Training 2-3 mal pro Woche reicht schon aus, das optimale Funktionieren der Organsysteme zu unterstützen. Die nützlichen Effekte eines regelmäßigen körperlichen Trainings umfassen u.a.:

  • Stärkung des aktiven und passiven Bewegungssystems

  • Stärkung des Herz-Kreislauf-Systems

  • Stärkung des Immunsystems

  • Verbesserung des Stoffwechsels

  • Allgemeine Erhöhung der Leistungsfähigkeit

  • Verminderung von Risikofaktoren

  • Positive Wirkung auf Psyche und Geist

Während man sagen kann, dass jede Form des Freizeitsports in verschiedenen Graden geeignet ist, oben beschriebene Effekte auszulösen und vor allem das Körpergefühl allgemein zu verbessern, gibt es aus magischer Perspektive jedoch bestimmte Disziplinen körperlichen Trainings, die anderen Formen überlegen sind. Zu diesen zählen:

  • Yoga

  • Tai Chi und Qi Qung

  • Kampfkunst

  • Tanz

Was diese vier Traditionen der bewusst geführten körperlichen Bewegung miteinander gemein haben, ist ihr Ansatz, den Geist (inklusive vieler kognitiven Funktionen) in die körperliche Übung einzubeziehen. In diesen Disziplinen oder Traditionen lernst Du von Beginn an, nicht nur die körperliche Leistungsfähigkeit in einem bestimmten Anwendungsbereich zu erhöhen, sondern auch und vor allem das Zusammenspiel von Geist, Körper und Psyche durch Harmonisierung zu verbessern. Sie sind daher aus tantrapraktischer Sicht eine Klasse für sich.

Wichtiger aber als eine bestimmte Disziplin körperlichen Trainings ist es, deinen Körper überhaupt mit moderaten Belastungen regelmäßig zu beleben.

 

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